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Angeregt durch das Cröbern-Diorama, beschloss mein Hobbyfreund Patrick Ullrich aus Hannoversch Münden, ebenfalls ein Diorama der Napoleonischen Epoche  zu bauen. Ebenso fiel seine Wahl auf ein Thema der Völkerschlacht. Das Gefecht bei Möckern am 16. Oktober 1813.

Geplant ist, die Kämpfe  in und um Möckern auf einem 35qm Diorama darzustellen. Es wird hierzu der Maßstab 1:72 verwendet. Das Dorf, sowie die Umgebung sollen so nah wie möglich den Gegebenheiten von 1813 entsprechen. Hierzu war eine Ortsbegehung und die Sichtung von altem Kartenmaterial notwendig, insbesondere um die genaue Topographie des Geländes gestalten zu können. Auch wurde aus diversen Literaturvorlagen der Schlachtverlauf nachvollzogen.

Es wurde entschieden, den 5.  „finalen“ Angriff der preußischen Infanteriebataillone  auf das Dorfzentrum und das französische linke Zentrum im Einheitenmaßstab 1:1 zu zeigen. Es handelt sich hier um den Angriff um ca. 16 Uhr. Dieser Zeitpunkt ist gewählt worden, um eine Verbindung mit dem südlichen Schlachtfeld  (Cröbern) zu erreichen. Der Bau des Dioramas soll in der Qualität der Figuren, Häuser und Landschaften dem „Cröbern“ Diorama entsprechen.

Es werden 59 Häuser und Höfe incl. Scheunen und Wirtschaftsgebäude maßstabsgetreu gebaut. Auch wird ein Teil der Elster mit einer Furt dargestellt. Ausgedehnte Wiesen- und Ackerflächen komplettieren das Diorama.

Eine Auflistung der im Diorama eingesetzten Einheiten, soll die Größenordnung aufzeigen. Anzumerken ist hier, dass die im Dorfkampf eingesetzten Bataillone zu diesem späten Zeitpunkt der Kampfhandlungen bereits empfindliche Verluste zu erleiden hatten. Daher wurde hier die Größe der Bataillone verringert. Nach 2 Stunden Dorfkampf hatten einige Einheiten nur noch 50% ihrer Stärke zu Beginn der Kämpfe.

Die Figuren welche auf dem Diorama verwendet werden sollen, sind ausnahmslos vollplastische  Art-Miniaturen aus Zinn von Jörg Schmäling. Hier hat Jörg sich wieder dankenswerter Weise wie schon beim Cröbern-Diorama bereit erklärt, die passenden Figuren zu modellieren und abzugießen.

Hier die Figuren die verwendet werden:



1. Brandenburgisches Infanteriebataillon            416

2. Ostpreußisches  Füsilierbataillon                    250

Ostpreußische Jäger                                          148

Leibgrenadierbataillon                                       467  

2. Reservebataillon 12.Reg.                                365

Westpreußisches Grenadierbataillon                  340

Schlesische Landwehr 2.Bataillon 14.Reg.         300

Schlesische Landwehr 3.Bataillon 13.Reg.         300

Schlesische Landwehr 4.Bataillon 15.Reg.         260   

12. Artilleriebatterie zu Fuß                               110

2.Artilleriebatterie zu Pferd                                201
                            

Gesamt       3157   



37.leichte Infanterie 1.Bataillon                          270

37.leichte Infanterie 2.Bataillon                          310

4. Marine Regiment  1.Bataillon                         320

4. Marine Regiment  2.Bataillon                         360

Joseph Napoleon Regiment                                316

Gesamt        1576  



Brandenburger Husaren/Jäger Regiment            267

1.Ostpreussisches  Grenadierbataillon                364

Schlesisches Grenadierbataillon                         650

5.&13. Schlesisches Landwehr Bataillon            1950

2. Artilleriebatterie zu Fuß                                  117

Gesamt         2348




2.Marine Regiment 1.Bataillon                             436

2.Marine Regiment 2.Bataillon                             426

2.Marine Regiment 3.Bataillon                             397

4 & 5 Artilleriebatterie zu Fuß                               225

Gesamt         1484






Die Vorbereitungen zum Dioramenbau sind soweit abgeschlossen. Das Diorama wird auf Holzplatten in einer Größe von 1,20m x 1,20m entstehen. Die komplette Größe wird 4,80 m x 7,20 m betragen. Die Topografie wird wie auch schon beim Cröbern-Diorama aus Hartstyropor-Platten und Spachtelmasse gefertigt.

Anders als beim Cröbern-Diorama hat Patrick die Platten schon alle vorgefertigt und mit Styropor geklebt. Dann wurden die bereits beklebten Platten vom Schreiner gesägt, was eine einmalige Passgenauigkeit zur Folge hatte. Man lernt eben immer dazu.

Hier beim Möckern-Diorama ist ebenfalls der Flusslauf der Elster mit der Dioramenhöhe 0 gleichzusetzen. Durch die Ortsbegehung konnten schließlich die topografischen Bedingungen umgerechnet werden. Entgegen unserer ersten Einschätzung waren die letztendlichen Höhenunterschiede doch größer als erwartet. So wird das Diorama bis auf eine Höhe von 25 cm ansteigen. Für ein Diorama natürlich eine sehr reizvolle und attraktive Vorgabe.

Diese Recherchen konnten nur durch die Hilfsbereitschaft der Familie Kohlwagen aus Möckern zu einem sehr guten Ergebnis geführt werden.

Herr Karl-Heinz Kohlwagen und seine Frau Ulrike, die sich beide der Heimatforschung verschrieben haben und als Stadtteilchronisten über ein riesiges Bilder- und Quellen-Archiv verfügen, hatten uns ihre Hilfe zugesagt.

So führte uns Herr Kohlwagen durch das alte Möckern und brachte uns das Geschehen von damals näher. Man kann sich dann schon ein Bild vom Schlachtgeschehen machen, auch wenn mittlerweile große moderne Wohnblöcke die Straßen begrenzen.

Bei Kaffee und Kuchen erläuterte uns dann Frau Kohlwagen mittels eines Lichtbildvortrags die Bilder des alten Möckerns. Wirklich unbezahlbare Quellen ohne die ein realistischer Dioramenbau nicht möglich gewesen wäre. Dankenswerter Weise wurde uns das umfangreiche Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Leider können diese Bilder aus urheberrechtlichen Gründen hier nicht publiziert werden. Aber diese alten Gebäude werden ja dann "en miniature" im Diorama entstehen.

Dem Ehepaar Kohlwagen hier noch einmal unseren herzlichsten Dank!



( Man kann noch sehr gut die topografischen Verhältnisse erkennen. Dieses Foto wurde von der neuen Brücke über die Elster gemacht. An deren Stelle befand sich damals eine Furt. In Höhe des weißen Gebäudes rechts befand sich damals die alte abgetragenen Brücke von 1813 )



( Hier ist wieder die neue Brücke der Standort des Fotografen. Man schaut hier in Richtung Rittergut, von hier griffen die Preußen an. Das linke Ufer war mit französischen Scharfschützen besetzt )



( Hier wieder von der Brücke fotografiert. Mit Blick ins Dorf hoch. Man erkennt sehr gut den terrassenförmigen Anstieg ins Dorf. Die modernen Bungalows liegen im Bereich der Bucksdorfstraße, die Straße zum Rittergut. Dieser Bereich war damals hart umkämpft und wechselte mehrmals den Besitzer )



( Hier nun der Blick über die Elster zum damaligen Herrenhaus des Rittergutes Möckern. Bei diesem alten Bau handelt es sich jedoch nicht mehr um das Herrenhaus von 1813. Hier sind auch die Böschungen hoch zum Rittergut zu erkennen )



( Hier ein Blick durch das Tor des Rittergutes in die Bucksdorfstraße. Dieses Tor hat allerdings auch nichts mehr mit den Gebäuden von 1813 gemein, es ist später entstanden. Die Gebäude von 1813 lassen sich allerdings gut rekonstruieren )



(  Hier an der Bucksdorfstraße, wo damals die Wirtschaftsgebäude des großen Gasthofes von Möckern standen, befinden sich heute größere Wohnblocks. Die Straßenverläufe bzw. die Topografie sind allerdings geblieben. Man sieht die Straßen ansteigend rechts und links des Eckhauses )



( Wenn man gute Freunde hat, welche geeignete Räumlichkeiten haben, fällt auch die Vorbereitung für solch ein großes Diorama leicht. Und wenn man dann noch eine Familie hat, die solch ein großes Projekt unterstützt und mitarbeitet, dann macht es noch mehr Freude. Hier die ausgerichteten Platten mit dem Styroporbelag )



( Hier ein Teil der Platten mit den vorgezeichneten Grundflächen der Häuser, Scheunen und Ställen und dem schon ausgehobelten Flusslauf der Elster )


Nach einem persönlichen Besuch bei Jörg Schmäling zu Hause sind auch schon bereits die ersten 1500 preußischen Figuren in der Bemalungsphase.




Der Dioramenbau beim Möckern-Diorama schreitet mit Riesenschritten voran. Nachdem im Januar nach der Schlachtfeldbegehung die Platten bereits mit der korrekten Topographie gestaltet werden konnten, ist der Häuserbau in vollem Gange.

Es ist schon unglaublich zu sehen, wie schnell diese Häuser nach der Cröbern-Methode mit Hilfe von Patricks Tochter und Ehefrau entstehen.

Mittlerweile sind schon 42 Häuser der 59 geplanten im Rohbau fertig, dass heißt die selbsthärtende Knetmasse ist dort schon mit all ihrer Putzstruktur sowie Fachwerk, aufgebracht. Wahrscheinlich wären die restlichen Häuser aber auch schon fertig, wenn nicht aus Ermangelung von gelaserten Fenstern, ein Baustopp zwangsläufig gewesen wäre.

Ich bin jedenfalls schwer begeistert darüber, wie schnell diese Häuser gebaut wurden. Dies könnte für viele Dioramenbauer Ermunterung und Ansporn zugleich sein, es auch mal nach dieser Methode mit dem Häuserbau zu versuchen.

Wegen des Materialmangels wurde dann schon Mal in die Bemalphase übergegangen. Die Häuser werden alle mit Dispersionsfarben aus dem Baumarkt,  wie auch schon beim Cröbern-Diorama, bemalt.

Parallel dazu, versorgt uns Frau Kohlwagen aus Möckern mit immer neuen Infos und Details zu den Örtlichkeiten von 1813.

Das Möckern-Diorama ist auf einem wirklich guten Weg.



          ( Patrick bei der Bearbeitung der selbsthärtenden Knetmasse )



( Daniela beim Entfernen der überflüssigen Knetmasse an den Fensteröffnungen )



( Häuser des Möckern-Dioramas im Rohbau mit aufgetragener Knetmasse )



(Da muß auch schon Mal das Wohnzimmer für eine Probeaufstellung herhalten)



( Häuser im Rohbau. Die noch nicht verarbeiteten Häuser liegen jedoch bei ihren zugewiesenen Örtlichkeiten, fertig zurechtgeschnitten. )



( Erste Bemalphase der Häuser mit Dispersionsfarben aus dem Baumarkt )





Mittlerweile sind die ersten 1500 Figuren bemalt. Davon später mehr.


Zurzeit ist Plattenbau angesagt. Die Topografie des Geländes ist fast abgeschlossen. Die Aufbauten aus hartem Styropor werden mit Farbe versiegelt. So kann nichts mehr abbröckeln.



( Daniela beim Einstreichen der Dioramenelemente. Im Hintergrund die eigens angefertigten Transportkisten )



( Der Arbeitsraum mit fertig gestrichenen Dioramenelementen )



( Auf diese gestrichene Platte kann nun mit Spachtelmasse die Landschaft modelliert werden )




Der Häuserbau geht in seine letzte entscheidende Phase. Jetzt kann die Dacheindeckung erfolgen. Die meisten Häuser erhalten ein Strohdach aus Teddyfell, allerdings werden auch über 20 Häuser eine Biberschwanzdacheindeckung haben. Wie auch bei Cröbern-Diorama wird die Dacheindeckung mit gelaserten Streifen aus Fotokarton gestaltet.



( Dacheindeckung mit Streifen aus Fotokarton, die Dächer werden noch farblich nachbehandelt )




Anfang Dezember , fast alle Figuren fürs Möckern-Diorama sind bemalt, der Häuser- und Plattenbau abgeschlossen. Jetzt konnte der Dioramenbau beginnen.

Zuerst erfolgte die Gestaltung des Flusslaufes der Elster. Nah an unseren Originalaufnahmen vom Januar 2012 sollte die Farbgebung der Elster ein schlammiges Braun zeigen.

Deshalb wurde das Flussbett der Elster zuerst in einer Schlammfarbe mit verschiedenen Tönungen geairbrusht.

Mit Woodland Scenic Effekt Water wurde das Wasser der Elster gestaltet. In mehreren dünnen Schichten von ca. drei Millimeter Dicke wurde das Effekt Water ins vorbereitete Flußbett eingeleitet. Dieses hat eine milchige Konsistenz ungefähr wie flüssiger Holzleim. Es trocknet nur sehr langsam ab, wird aber später kristallklar.

Es kommen ca. 3000 Figuren ins Dorf, davon alleine 300 tote Preußen.

Hier ein paar erste Bilder des Dioramenbaus von Daniela und Patrick. Es kommen allerdings immer noch Feinheiten, wie tote Pferde, Mauerefeu etc. dazu. Es sind alles Bilder von der Werkbank, noch keine Galeriebilder:



( Hier die milchige Oberfläche des Woodland Scenic Effekt Water )



( Hier ist jetzt schon sehr schön zu erkennen, dass die milchige Masse klarer wird )



( Hier jetzt die fertige Flussgestaltung der Elster Oktober 1813 )



( Furt durch die Elster )



( Hier marschieren Truppen des Regimentes Josef Napoleon Richtung Bucksdorfstraße, dem Kampfgebiet )



( Hier marschieren Truppen des Regimentes Josef Napoleon Richtung Bucksdorfstraße, dem Kampfgebiet )



( Hinterer  Bereich des Gasthofes von Möckern mit seinen Wirtschaftsgebäuden. dieser gerät zu einem späteren Zeitpunkt in Brand und brennt nieder. )



( Vorderer Bereich des Gasthofes. Hier werden zwei französische Geschütze vorgezogen um die Querstraße der Bucksdorfstraße, welche zur Elster führt zu bestreichen. Hier fehlen noch die Pferde und die Bespannung. )



( Blick aufs Dorf , von einem der nördlich gelegenen Äcker. Hier war die typische Dreifelderwirtschaft, die später auch im Diorama zu sehen sein wird.)



( Übersichtsaufnahme der ersten beiden Platten von insgesamt 24 Platten. Man erkennt gut die verwinkelten Höfe und schmalen Gassen Möckerns )



( Zwei französische Geschütze  positionieren sich an der Querstraße zur Bucksdorfstraße , alles noch Bilder von der Werkbank, es fehlt noch die Bespannung )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )


Kämpfe in den Höfen und Gärten Möckerns....



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )



( Bilder von der Werkbank )






( Nordeingang des Rittergutes von Möckern, Preußische Reserveinfanterie wird nachgeführt )



( Alle Häuser werden durchkämmt )



( Die engen Gassen Möckerns, hier erkennt man noch gut die verschlammten Stellen auf den Wegen )



( Hier die ersten Platten nördlich des Dorfes Möckern, Preußische Kavallerie und Preußische Infanterie sammelt sich. Alles noch unfertige Szenen von der Werkbank. )



Mehr Informationen auf unserer Vereins-Website:

www.geschichte-in-miniaturen.de




( Fortsetzung folgt )